Total View – Digitale Spurensuche im chinesischen Stadtraum

📍 Ausstellung in der Galerie im Kornhaus | Kuratiert vom Gmünder Kunstverein

In der Ausstellung Total View – Sensing Sinicization werden digitale Straßenansichten aus China zur Grundlage künstlerischer und gesellschaftspolitischer Beobachtung. Gemeinsam mit dem Medienkünstler Ulrich Formann analysiert das Kollektiv „Total View“ Veränderungen im Stadtbild chinesischer Metropolen – mithilfe eines eigens programmierten Algorithmus, der visuelle Hinweise auf kulturelle oder religiöse Minderheiten erkennt.

Linnea Streit erklärt, wie die Künstler durch systematische Auswertung von Bilddaten auf subtile Spuren staatlicher Assimilierung aufmerksam machen: Symbole wie Schriftzüge, Moscheen oder andere Hinweise verschwinden – still und ohne öffentliche Erklärung. In der Ausstellung werden diese Unterschiede sichtbar gemacht: Ansichten derselben Orte aus verschiedenen Jahren zeigen, wie bestimmte Zeichen aus dem Stadtbild getilgt wurden.

Dabei betont Linnea Streit:

„Die schiere Masse an digitalen Daten erlaubt eine Gesamtschau, die manuell nie möglich wäre – und bietet auch für die Forschung eine wertvolle Perspektive, gerade wenn unabhängige Recherchen vor Ort kaum noch möglich sind.“

→ Das Projekt regt zur Reflexion über Sichtbarkeit, Macht und Kontrolle im digitalen Raum an – und zeigt, wie Medienkunst politische Realitäten greifbar machen kann.

https://www.museum-galerie-fabrik.de/ulrich-formann-remote-realities.html

https://www.gmuender-kunstverein.de

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